Unsere Bestände schützen

Die norwegische Fischerei bewirtschaftet unser unglaubliches natürliches Kulturerbe, dies bringt aber auch Verpflichtungen mit sich.

Im Laufe der Jahre hat in unserer Industrie eine Entwicklung vom freien Fischen zu strenger Regulierung stattgefunden. Wir waren das erste Land auf der Welt, dass ein Quotensystem eingeführt hat, und unsere harte Arbeit hat sich bezahlt gemacht: Wir haben den größten nachhaltigen Kabeljaubestand auf der Welt.

Ein direktes Ergebnis war, dass die Quote für norwegischen Kabeljau in den letzten Jahren auf Rekordhöhe lag. Streng nach Empfehlungen des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) [International Council for Exploration of the Sea].

Das Quotensystem

Im obigen Diagramm ist die Quote für Kabeljau in der Barentssee dargestellt. Der Kabeljau in der Barentssee ist der wichtigste kommerzielle Kabeljaubestand. Er macht 93% unseres gesamten Fangs aus.

Auf der ganzen Welt haben sich die einzelnen Länder jetzt zur Einhaltung der Quoten verpflichtet, um die Zukunft des Fischfangs zu gewährleisten, vor allem in Bezug auf den Kabeljau. Der gesamte zulässige Fang Norwegens (TAC) wird in Gruppenquoten aufgeteilt, die den verschiedenen Arten von Wasserfahrzeugen entsprechen.

Individuelle Wasserfahrzeugsquoten [Individual Vessel Quota - IVQ]

Diese Quoten werden für jedes teilnehmende Wasserfahrzeug festgelegt, das über eine Lizenz oder eine Jahreserlaubnis verfügt. Damit wird ihnen ein fester prozentualer Anteil der Gruppenquote garantiert.

Maximale Quoten

Diese Quoten werden Küstenschiffen in Fischereien mit offenem Zugang zugeteilt. Wenn die Gruppenquote erreicht ist, wird der Fang unabhängig davon, ob die einzelnen Wasserfahrzeuge ihre maximale Quote erreicht haben, eingestellt. Dieses System wird für Gruppen verwendet, in denen es große Unterschiede bei der Effizienz der Wasserfahrzeuge gibt.

Quoten für Bodenfische

Damit werden vorwiegend Küstenfahrzeuge geregelt, die herkömmliche Fanggeräte verwenden, d.h. keine Schleppnetzfischer. Bei der Bodenfischquote werden die Quoten für Kabeljau, Schellfisch und Seelachs von allen teilnehmenden Wasserfahrzeugen kombiniert.

ÜBERTRAGUNG VON QUOTEN

Zur Reduzierung der Flottenkapazität in unseren Gewässern und zum Schutz unserer marinen Ökosysteme sind manche Quoten übertragbar.

In 2004 wurde das Quotensystem nach Einheit (UQS) und für größere Küstenfahrzeuge das Strukturelle Quotensystem (SQS) eingeführt. Beide Systeme gestatten es dem Eigentümer von zwei Wasserfahrzeugen, die Quote von einem Wasserfahrzeug auf ein anderes zu übertragen. Dadurch hat der Eigentümer zwei Möglichkeiten: für einen bestimmten Zeitraum die gesamte Quote mit einem Wasserfahrzeug zu fangen oder einen Teil der Quote für einen unbegrenzten Zeitraum zu fangen, unter der Voraussetzung, dass das andere Wasserfahrzeug verschrottet wird.

Ein drittes Übertragungsverfahren wurde 2005 zur Unterstützung von Eigentümern mit nur einem Wasserfahrzeug eingeführt. Das Quotenaustauschsystem [Quota Exchange System] gestattet die Zusammenarbeit von zwei Eigentümern von Wasserfahrzeugen. Sie können dann beide Quoten für einen bestimmten Zeitraum auf einem Wasserfahrzeug fangen.

Quoten für norwegischen Kabeljau

Mit den reichen Fischbeständen in unseren klaren, kalten Gewässern bewirtschaften wir den größten und nachhaltigsten Kabeljaubestand der Welt hier in Norwegen.

Durch die Umsetzung dieser strengen Quoten können wir gesunde Fischbestände erhalten und es wird sichergestellt, dass wir nie überfischen – auch in der Zukunft.

Die Auswirkungen auf die weltweite Industrie

Alle Quoten basieren auf Forschungsergebnissen und werden nach internationalen Verhandlungen festgelegt. Das ist für Fisch und Meeresfrüchte aus Norwegen – vor allem Kabeljau – unerlässlich, da 90% unserer Fischerei Bestände bewirtschaftet, die wir mit anderen Ländern teilen.

Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) [International Council for the Exploration of the Sea] und die Kommission für die Fischerei im Nordostatlantik (NEAFC) [North-East Atlantic Fisheries Commission] spielen bei dieser länderübergreifenden Zusammenarbeit eine zentrale Rolle.

Die Quotenverhandlungen mit den anderen Fischereimanagementbehörden finden einmal im Jahr statt. Wir haben Kooperationsverträge zum Fischereimanagement mit unseren benachbarten Ländern, einschließlich Russland, Island, Grönland und der EU.

Norwegen kann auf eine lange Tradition des umweltfreundlichen Fischereimanagements zurückblicken.